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Bald Wohnungsbörse für Behinderte

Beiräte und Stadtwerke-Chef einig: Portal für Suchende und Anbieter schaffen

 Rinteln. Am Wohnungsmarkt ist die Auswahl groß – aber nicht für Behinderte. Und schon gar nicht, wenn es besonders preisgünstig und zentral gelegen sein soll. Der Behindertenbeirat der Stadt Rinteln und Stadtwerkechef Jürgen Peterson waren sich jetzt in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Seniorenbeirat einig: Das Wenige, das es gibt, muss besser bekannt gemacht werden. Und wo Nachfrage herrscht, kann mit staatlichen Zuschüssen durch Umbau auch Wohnraum für Behinderte geschaffen werden.

Manfred Pollmann, Vorsitzender des Behindertenbeirats, stellte eingangs fest: „Es gibt zunehmend luxuriöse barrierefreie Wohnungen, aber die sind für viele Behinderte nicht bezahlbar.“ Er hoffte auf die Stadtwerketochter GVS (Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft) und den sozialen Wohnungsbau. Peterson klärte auf: „Die GVS kümmert sich um den klassischen sozialen Wohnungsbau für Normalverdiener und hält Objekte für sozial Schwache und Obdachlose vor. Sie tritt auch als Verwalter von städtischen Immobilien auf. Wir regeln die Mietverhältnisse der Leute, die darin wohnen. Auf eine Befragung hin haben wir aber kaum Antworten zum Wunsch nach barrierefreien Wohnungen bekommen. Die GVS selbst hat solche Wohnungen nicht im Bestand, dagegen spricht fast immer schon die vorhandene Eingangstreppe.“

Peterson fand es gut, wenn es eine Kontaktstelle gäbe, die Bedarf und Angebot zueinander bringt: „Bisher muss man seine Fühler ja selbst ausstrecken und sich auf die Suche machen.“

Auch Eckard Strohmeier, Vorsitzender des Seniorenbeirats, begrüßte so eine Kontaktstelle und verwies auf die Umbaufähigkeit leer stehender Häuser in den Dörfern. Er stellte aber auch fest, dass es teuer würde, wenn man dies ohne konkrete Mietinteressenten macht. Pollmann hätte gern den barrierefreien Umbau leer werdender Wohnungen. Peterson erwiderte, das regele der Markt. Die Investition würde auf die Miete umgelegt, eventuell über höhere Kaution.

Peterson sagte, die GVS könne eine Internetseite für behindertengerechtes Wohnen in Rinteln einrichten. Ein GVS-Mitarbeiter würde dazu auch telefonisch erreichbar sein. Aber man müsse auch Makler und Hausverwalter einbeziehen, keine kommunale Konkurrenz dazu aufbauen. Beide Beiräte baten Peterson abschließend, die Internetseite in Angriff nehmen zu lassen. Peterson erklärte, wichtig sei es, dass sich Personen melden, die Anspruch auf Umbauförderung haben. Dann könnten Vermieter das Angebot an barrierefreien Wohnungen vergrößern.

© Schaumburger Zeitung, 12.04.2013, von Dietrich Lange

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