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Weniger Ausstoß, mehr Heizkosten

Aktueller Energiebericht: Stromverbrauch städtischer Gebäude gesunken/ Stadtwerke: Mehr sensibilisieren

Die Stadt Rinteln hat 2018 die Gebäude in ihrem Besitz mehr heizen müssen, hat jedoch weniger Strom verbraucht und dadurch den Schadstoffausstoß etwas verringern können. Dieses Fazit zieht der aktuelle Energiebericht der Stadt, der immer ein Jahr versetzt erscheint, nun also das Jahr 2018 analysiert. Auch wenn eine Kommune wie Rinteln wenig dazu beitragen könne, den weltweiten Anstieg der Treibhausgase zu reduzieren, wolle sie doch „als gutes Vorbild vorangehen“, heißt es im Bericht, den die Stadtwerke Ende letzten Jahres vorgelegt haben.

Zum Beispiel mache sich der Einsatz von mehr LED-Technik bemerkbar, um Gebäude zu beleuchten; in den Turnhallen Steinbergen und Möllenbeck habe die Stadt so rund 30 Prozent Strom einsparen können.

Der Bericht zeigt: Die städtischen Gebäude verbrauchen mehr Energie zum Heizen. Waren es im Jahr 2016 noch 4 404 000 Kilowattstunde (kWh), sind es im Jahr 2018 4 506 350 kWh gewesen, ein Plus von 2,3 Prozent. Ob Schulen, Kindergärten, Sporthallen oder Dorfgemeinschaftshäuser: In allen Gebäuden ist der Heizenergieverbrauch gestiegen, bei Schulen zum Beispiel um 8 Prozent und bei Friedhofskapellen sogar um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem die Kindergärten wiesen im Vergleich zu ihrer beheizbaren Fläche einen hohen Verbrauch auf, heißt es im Bericht. Der liege in Rinteln sogar über der Richtlinie für Verbrauchskennwerte für Gebäude. Die Stadt muss über 51 000 Quadratmeter beheizen. Die mit Abstand größten Flächen bilden dabei die Schulen sowie „sonstige Gebäude“ wie etwa das Museum Eulenburg oder das Rathaus.

Die Stadt verbrauchte dabei rund 1,5 Prozent mehr Erdgas als noch vor zwei Jahren, 15,6 Prozent mehr Flüssiggas, jedoch 9 Prozent weniger Heizöl. Die gestiegene Heizenergie schlägt sich bei den Kosten nieder: Rund 18 000 Euro mehr hat die Stadt im Vergleich zum Vorjahr fürs Heizen ausgegeben. Die gesamte Stromrechnung der Stadt belief sich auf rund 425 000 Euro. Am häufigsten setzt die Stadt Direktwärme und Erdgas als Energiequelle ein.

Der gesamte Stromverbrauch der städtischen Liegenschaften ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 500 Kilowattstunden gesunken, so die Stadtwerke, und liegt aktuell bei knapp 776 500 kWh. Rund 188 000 Euro hat die Stadt im Jahr 2018 für Strom ausgegeben, rund 13 000 Euro weniger als im Jahr zuvor. Am meisten Strom verbraucht mit Abstand die Gebäudegruppe „sonstige“ – und hier vor allem das Rathaus mit über 200 000 kWh. Danach folgen die Feuerwehrgerätehäuser und anschließend Schulen und Kindergärten.

Im Vergleich zum Jahr 2017 haben die städtischen Gebäude 2018 etwas weniger Kohlenstoffdioxid ausgestoßen, hier wurden 3205 Kilogramm eingespart. Zum Vergleich: Ein neueres Auto stößt auf 100 Kilometern Strecke etwa 17 Kilogramm aus. Auch der Ausstoß anderer Schadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid (3 Kilo weniger) und Stickstoffoxid (6 Kilo weniger) wurde verringert, da weniger Strom verbraucht wurde, so die Stadtwerke. Seit 2012 haben die städtischen Liegenschaften knapp 30 Prozent weniger Co2 ausgestoßen.

Kurzfristig, heißt es im Energiebericht, sollen die Heizungsanlagen der Turnhallen Deckbergen, Krankenhagen und Steinbergen durch neue Anlagen ersetzt werden, ebenso die der Feuerwehrhäuser in Hohenrode und Wennenkamp, außerdem die Anlagen der Grundschule Unter der Schaumburg, der ehemaligen Steinberger Schule, der Heimatstube sowie des Sportheims in Schaumburg.

Wichtig sei, so die Stadtwerke, dass der Energie- und Wasserverbrauch der Gebäude permanent überwacht werde. Dazu gehöre auch, dass ihre Nutzer – Vereine, Lehrer, Schüler, Sportler – im richtigen Umgang mit Lüften und Heizen sensibilisiert und geschult würden. Eine „Schüsselfunktion“ komme hier den Hausmeistern zu.

Die Stadtwerke rechnen damit, dass die Preise für alle Primärenergien steigen werden. Daher müsse die Kommune weiterhin Anstrengungen unternehmen, um Energie „sinnvoll zu verwenden und weitere Einsparpotenziale zu erschließen“. Das funktioniere zum einen durch intelligente Technologien und zum anderen, indem man Nutzer zum besseren Umgang mit Energie sensibilisiere.

 

© Schaumburger Zeitung, 24.01.2020 

 

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