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Versickert

Wasserverbrauch auf Stadtgebiet in vergangenen Jahren extrem gestiegen

Monatelanger Regen, Überschwemmungen, ja beinahe sintflutartige Regenfälle: So heiß und trocken der vergangene Sommer war, so nass und matschig war er im Jahr 2017. Dennoch ist der Trinkwasser-Verbrauch der städtischen Einrichtungen deutlich gestiegen. Im Bereich der Sportstätten hat er sich sogar fast verdoppelt.

Immerhin 9498 Kubikmeter Wasser sind nach Angaben des aktuellen Energieberichtes der Stadt im vorvergangenen Jahr im Bereich der Sportstätten verbraucht worden. 2016 waren es noch 4846 Kubikmeter. Auch der Hauptverbraucher dieser Kategorie wird im Energiebericht benannt: der Sportplatz Deckbergen. Dort hat sich der Verbrauch mehr als verzehnfacht. 2016 wurden dort noch 510 Kubikmeter verbraucht, für 2017 stehen 6428 Kubikmeter in der Bilanz.

Wie kann eine solche Steigerung zustande kommen? Eine erste Nachfrage bei den Stadtwerken ergab, dass die Bewässerung des neuen Sportplatzes schuld an dem Mehrverbrauch sei. Doch angesichts eines so nassen Jahres scheint es schwer vorstellbar, dass fast 6000 Kubikmeter Wasser – das sind immerhin sechs Millionen Liter – im Gras zweier Sportplätze versickert sein sollen.

Und tatsächlich brachte eine erneute Nachfrage bei den Stadtwerken eine andere Erklärung zutage: Die hohe abgerechnete Wassermenge des Jahres 2017 erkläre sich dadurch, dass hierin auch Wasserverbräuche enthalten seien, die den Jahren 2015 und 2016 zuzurechnen sind. Diese seien jedoch erst im Jahr 2017 nach dem Bau der neuen Übergabestelle erfasst worden.

Dennoch: Betrachtet man die letzten Jahre, kennen die Kosten für den Wasserverbrauch der städtischen Einrichtungen seit 2015 nur einen Weg: nach oben. Das spüren die Stadtwerke auch in der Abrechnung: Die Kosten für Trinkwasser belaufen sich im Jahr 2017 auf rund 37 000 Euro, und liegen damit rund 6000 Euro über denen des Vorjahres.

Wenn schon in einem nassen Jahr so viel Wasser verbraucht wird, wie viel ist es dann erst im heißen, trockenen Jahr 2018 gewesen? Die Trinkwasserbilanz für das vergangene Jahr wird erst im nächsten Winter veröffentlicht. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Verbrauch erneut gestiegen ist – auch bei den Sportstätten. „Teilweise liegen die Wasserverbräuche hier noch über denen des Vorjahres“, so Jürgen Peterson, Geschäftsführer der Stadtwerke.

Insgesamt haben die Stadtwerke vergangenes Jahr 1,36 Millionen Kubikmeter Trinkwasser geliefert, an städtische Einrichtungen ebenso wie an Privatkunden. „Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von rund 50 000 Kubikmeter“, so Peterson.

50 000 Kubikmeter mehr Wasserverbrauch, das sei zwar „eine Menge“, so Peterson. Jedoch hätte der Wert angesichts des trockenen Sommers noch viel, viel höher liegen können. Die Stadtwerke hatten im Sommer die Bürger dazu aufgerufen, ihre Rasen nicht mehr zu bewässern – und die hätten sich daran gehalten, zeigt sich Peterson zufrieden.

Doch Sportstätten mit Trinkwasser sprengen – muss das sein? Für einige Plätze würde hierfür Regen- und Grundwasser genutzt, sagt Peterson. Das sei allerdings nur vereinzelt der Fall: Das Bohren von Brunnen lohne sich nicht für alle Sportplätze.

Privatleuten rät Peterson dazu, regelmäßig die Wasserzählerstände zu kontrollieren. So könnten ein ungewöhnlich hoher Verbrauch oder aber Bauschäden rechtzeitig auffallen. Denn: Große Schwankungen im Wasserverbrauch könnten auf bisher unbemerkte Schäden innerhalb der Hausinstallation hinweisen. Regelmäßige Kontrolle der Zählerstände sei eine „einfache, aber wirksame Methode, hieraus entstehende, oftmals hohe finanzielle Belastungen abzuwenden“, so Peterson.

© Schaumburger Zeitung, 14.02.2019

 

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