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Spaß trotz Beschränkungen

Weserangerbad am heißen Wochenende gut besucht / So funktioniert das Hygienekonzept

Es sind die heißen Sommertage wie das jüngste Wochenende, die die Menschen scharenweise in die Freibäder treiben. Und trotz der Corona-Beschränkungen ist der Badespaß auch in diesem Sommer im Weserangerbad möglich – dank eines umfangreichen Hygienekonzepts, das die Bäderbetriebe gemeinsam mit dem Gesundheitsamt entwickelt haben (wir berichteten).

So darf unter anderem die Rutsche nur von einer Person benutzt werden, der Sprungturm ist gesperrt und im Schwimmerbecken herrscht Kreisverkehr in den eigens dafür abgesteckten Bahnen. Dazu kommen die üblichen Abstandsregeln sowie eine Maskenpflicht im Kassenbereich. Doch: Eine Online-Voranmeldung, wie sie manch andere Freibäder derzeit verlangen, ist hier nicht nötig.

Insgesamt dürfen maximal 850 Badegäste das Gelände betreten, ins Wasser dürfen höchstens 150 Schwimmer. Normalerweise kommen an besonders warmen Tagen mehrere Tausend Gäste an den Weseranger, um ihre Bahnen zu ziehen oder zu planschen. Dank der Corona-Beschränkungen ist dies momentan nicht möglich, die Regeln sollen schließlich ein sicheres Badeerlebnis gewährleisten.

Dass diese Regeln, die für die Wirkung des Hygienekonzepts unerlässlich sind, eingehalten werden, stellt Stefan Lehmann sicher. Lehmann ist Meister für Bäderbetriebe und Betriebsleiter im Weserangerbad. Bisher können er und sein Team auf die Kooperation sowie das Verständnis der Badegäste bauen: „Wir haben noch keinen Gast gehabt, der bewusst gegen die Regeln verstößt. Alle achten auf die Abstände, wir achten darauf, dass nicht zu viele Gäste gleichzeitig schwimmen“, berichtet Lehmann. Dies funktioniere ganz altmodisch manuell: Jeder Besucher, der in ein Becken hüpft, wird händisch gezählt – bei 150 erfolgt der Stopp.

Um das Limit von 850 Gesamtbesuchern nicht zu überschreiten, existiert technische Unterstützung: „Wenn die Besucher ihre Karte vorne am Drehkreuz reinstecken beziehungsweise herausziehen, wird das automatisch erfasst“, weiß Lehmann. Das verordnete Limit ist in diesem Jahr bislang aus zweierlei Gründen noch nicht erreicht worden: „Der Sommer ist noch nicht so heiß wie die vorherigen“, begründet der Schwimmmeister. Außerdem gibt es Lehmann zufolge sicherlich Menschen, die aus Respekt vor dem Virus lieber zu Hause bleiben als das direkt an der Weser gelegene Freibad anzusteuern.

Das gilt allerdings nicht für Familie Seegers aus Rinteln, die sich den ersten Freibad-Besuch des Jahres am vergangenen Sonntag nicht nehmen ließ. Als vier von insgesamt 638 Gästen um 16 Uhr genossen sie die sommerlichen Temperaturen und die strahlende Sonne – von Angst keine Spur.

Den beiden Kindern falle es ohnehin nicht schwer, sich an die Corona-Regelungen zu halten, denn diese kennen sie unter anderem schon aus der Schule, berichten die Eltern. Schade sei nur, dass die Attraktionen, wie der Strudel und die Wasserspiele, nicht aktiv sind. Aus hygienischen Gründen sei dies aber absolut nachvollziehbar und auch nötig.

Ähnlich sieht das Schwimmmeister Lehmann, der jene Attraktionen ebenfalls lieber aktiviert hätte, bilanzierend aber sagt: „Besser reduzierter Betrieb als gar kein Betrieb.“

Darüber hinaus bestätigt er, dass sich alle Altersgruppen gleichermaßen an die Beschränkungen gewöhnt haben und die Regeln befolgen. Lediglich in Ausnahmefällen, etwa im Kreisverkehr oder an der Rutsche, müsse noch einmal auf das neuerliche Verhalten hingewiesen werden.

Lehmann und sein Team hoffen, dass das Wetter in den kommenden Wochen mitspielt und sich die Rintelner trotz der Beschränkungen auf den Weg in das Weserangerbad machen. Denn trotz der Anpassungen ist der erfrischende Sprung ins kühle Nass möglich – besonders an heißen Sommertagen.

 

© Schaumburger Zeitung, 21.07.2020 

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