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Rettung in Sicht

Höhere Besucherzahlen im Weserangerbad erfordern größere Wachsamkeit der Mitarbeiter

Die Hitzewelle lässt auch das Weserangerbad nicht kalt – im wahrsten Sinne des Wortes, denn mittlerweile ist das Wasser im großen Becken fast 28 Grad warm. Bei derartigen Witterungen befindet sich der menschliche Körper in einer Ausnahmesituation. Daher ist von den Fachangestellten für Bäderbetriebe noch mehr Aufmerksamkeit geboten und bisweilen auch ein Eingreifen unvermeidbar.

Die Hitze hat außerdem zur Folge, dass täglich mehr Gäste ins Weserangerbad strömen. „Wir müssen auf mehr Personen gleichzeitig ein Auge haben und tragen damit noch höhere Verantwortung“, stellt Markus Burmester fest. Der 49-Jährige habe erst in dieser Woche eingreifen müssen, als die Mutter eines Kindes es nicht aus eigener Kraft zurück an den Beckenrand schaffte. „Bei diesen Temperaturen haben wir daher definitiv ein höheres Arbeitsaufkommen“, so Burmester.

Der Beruf wurde ihm in die Wiege gelegt, denn auch sein Vater wählte seinerzeit als zweiten Beruf den des Bademeisters, und so schulte auch Burmester im Alter von 37 Jahren zum Fachangestellten für Bäderbetriebe um, was umgangssprachlich als Bademeister bezeichnet wird.

„Für unseren Job im Freibad halte ich es für sehr wichtig, dass man das Gefühl für das Wasser behält“, erklärt er, da es sich im Ernstfall durchaus bemerkbar mache, wenn der Retter länger nicht geschwommen ist. Wenn es die Zeit und die Anzahl der Besucher zulasse, verlegt Burmester seine Pause daher gerne ins kühle Nass. Eine ähnliche Strategie lege er jedem Auszubildenden der Bäderbetriebe ans Herz. In jedem Jahr bekommen sie einen Auszubildenden, sodass es momentan drei an der Zahl sind.

Was sind sonst noch die Aufgaben eines Fachangestellten im Schwimmbad?

„Drei Mal täglich überprüfen wir die Wasserqualität unserer drei Becken“, erklärt Burmester. Außerdem kümmern sie sich darum, dass die Filter regelmäßig gereinigt werden. Gleichzeitig seien sie jederzeit Ansprechpartner für kleine und große Sorgen der Gäste, verleihen beispielsweise auch Schwimmflügel oder andere Schwimmutensilien. Mindestens zwei Fachangestellte und ein Auszubildender befinden sich bei jeder Schicht im Dienst, damit die Sicherheit der Badegäste gewährleistet ist. Die Rettung in Person der Bademeister ist also stets in Sichtweite.

„Bei steigendem Besucheraufkommen führen wir den Becken erheblich mehr Frischwasser zu“, erklärt Burmester. Damit werde die Wasserqualität im Weserangerbad gleichbleibend hoch gehalten. Allerdings bedeute das auch eine deutliche Kostensteigerung. Daher hofft der Fachangestellte nun auf einen guten restlichen Sommer und Gäste, die jeden Sonnentag bestmöglich nutzen wollen. „Denn man sagt ja, dass die Rintelner gerne mal drei Tage brauchen, bis sie wirklich verstehen, dass gutes Wetter ist“, erzählt Burmester schmunzelnd.

In der vergangenen Woche wird es die Mehrheit der Einwohner wohl am eigenen Leib gespürt haben, dass der Sommer zurück ist. Der aktuelle Besucherrekord für dieses Jahr wurde jedoch schon am 30. Juni aufgestellt: 3800 Gäste fanden an dem Tag ihre Abkühlung im Weserangerbad. Aber wer weiß: Vielleicht wird diese Höchstmarke in der restlichen Saison ja noch geknackt.

© Schaumburger Zeitung, 27.07.2019 

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