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Problemlöser bei Stadt, Stadtwerken und Feuerwehr

Drift-Ausbau: Rintelner Feuerwehrfahrzeug steht in Todenmann

An der Drift rücken am Montag, 22. Juli, Bagger an. Die Stadtwerke wollen dort auf 600 Metern durch die ganze Drift die Wasser- und die Gasleitung erneuern. Begonnen wird im Bereich der Schranke, an der Einmündung der West-Constrescarpe.

Wie gelangen Anwohner dann zu ihren Grundstücken? Wie kommt die Müllabfuhr in die Straße? Ist der Feuerschutz sichergestellt? Dieses Problem der Erreichbarkeit wollen die Stadtwerke mit einer Tagesbaustelle lösen, erläuterten Thomas Sewald, technischer Leiter der Stadtwerke, und sein Stellvertreter und Projektkoordinator Jan-Philipp Giltmann.

Das bedeute: Es würden immer nur bis zu hundert Meter Straße aufgerissen. Eine Rohrlänge werde erneuert und dann die Grube sofort wieder verfüllt. Die Zufahrt bis zur Baustelle sei nur Anliegern gestattet. Dass für den jeweiligen Baustellenabschnitt die ganze Straßenbreite gebraucht wird, damit die Bagger arbeiten können, versteht sich von selbst.

Nach rund sechs Wochen wollen die Stadtwerke fertig sein. Für den gesamten Straßenausbau ist rund ein Jahr Bauzeit veranschlagt.

Im Idealfall würde der Bauunternehmer, der die Straße ausbauen soll, den Stadtwerken auf dem Fuße folgen. Doch danach sieht es im Moment noch nicht aus. Bei der Stadt wird die Submission der letzten Ausschreibung noch ausgewertet. Ein Bauunternehmer steht noch nicht fest, war zu hören.

Sollte es allerdings nicht mit dem nahtlosen Anschluss des Straßenausbaus klappen, wollen die Stadtwerke nicht Schotter, sondern eine „schwarze Tragschicht“ aufbringen. „Wir wollen den Anwohnern nicht zumuten, den ganzen Winter über auf Schotter zu fahren“, so Sewald.

Die Leitungen für Gas und Wasser an der Drift zu erneuern, das stand schon seit einigen Jahren bei den Stadtwerken ganz oben auf der Dringlichkeitsliste. Denn Gas und Wasser liefen an der Drift durch „Hauptleitungen“, über die auch umliegende Wohngebiete versorgt würden. Gebe es ein Leck, wären viele Haushalte betroffen, so Sewald.

An die Stromleitungen, die in den Bürgersteigen liegen, will man erst – wo notwendig – dann heran, wenn im Rahmen des Straßenausbaus auch die Straßenbeleuchtung erneuert wird.

Dass die Stadtwerke anfangen können, die Stadt aber bisher noch nicht, das hat einen einfachen Grund: Nachdem bei der ersten Gesamtausschreibung kein Unternehmen ein Angebot abgegeben hatte, trennte man die Tiefbauarbeiten für Stadtwerke und Abwasserbetrieb vom übrigen Straßenausbau. Jetzt bauen für die Stadtwerke heimische Unternehmen. Sewald sagt ganz offen: „Hätten wir die nicht, hätten wir ein Problem.“

Auch die Feuerwehr hat eine Lösung für das Problem gefunden, dass Feuerwehrzeuge in der Bauzeit im Alarmfall nicht mehr auf dem kürzesten Weg, also durch die Drift, in die Nordstadt fahren können. Deshalb werde ein Löschfahrzeug aus Rinteln für die Zeit der Bauphase in Todenmann stationiert, schilderten Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp, Ortsbrandmeister Thomas Blaue und der neue Todenmanner Ortsbrandmeister Florian Petersen.

Rintelner Feuerwehrleute sind ausgesucht worden, die im Alarmfall nach Todenmann fahren und das Fahrzeug besetzen. Gleichzeitig sind Feuerwehrleute aus Todenmann am Fahrzeug geschult worden. Bei einem Einsatz werden die Rintelner und die Todenmanner Feuerwehr gemeinsam alarmiert. Damit sei die sogenannte „Tagesverfügbarkeit“ gewährleistet, betonte Blaue. Auch zur Mittagszeit, wenn es schwierig wird.

Das Löschfahrzeug hat insgesamt 1200 Liter Wasser an Bord und ist mit allem ausgerüstet, was man für den Ersteinsatz braucht – also bei Hilfeleistungen, Wohnungsbränden oder Unfällen. Mit dem Fahrzeug bringen die Rintelner Feuerwehrleute auch ihre Schutzkleidung in das Feuerwehrgerätehaus Todenmann.

Für Ortsbrandmeister Petersen ist klar, dass das für die Todenmanner Feuerwehr eine Umstellung sein werde. Denn diese muss in der Regel vielleicht dreimal im Monat zu einem Einsatz ausrücken, die Rintelner in diesem Jahr bis gestern schon 107-mal. „Das ist schon eine andere Schlagzahl.“

© Schaumburger Zeitung, 18.07.2019

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