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Mehr Service für Radfahrer

E-Bike-Ladefächer und Reparatursäule im Weserdorf vorgestellt

Wer einen attraktiven Biergarten direkt an einem der beliebtesten Radwanderwege Deutschlands betreibt, muss auch guten Service anbieten. Schließlich sind auf dem Weserradweg mehr als 100 000 Radtouristen jährlich unterwegs. Das weiß auch Gastronom und Schausteller Marlon Klaasen – und baut die Angebote für Radfahrer im Wesergarten beständig aus. Jetzt wurden eine Ladestation für E-Bikes und eine Fahrradreparatursäule in Betrieb genommen. Klaasen stellte die neuen Angebote jetzt gemeinsam mit Dorfmeister Bernd Klisch und Jan-Philipp Giltmann, bei den den Rintelner Stadtwerken für Sonderprojekte und E-Mobilität zuständig, vor.

Beschriftung und modernes Designs weisen schon auf den Verwendungszweck hin – ansonsten könnte man die zwei weißen Metallsäulen auf den ersten Blick auch für ganz normale Pfand-Schließfächer halten, wie man sie aus dem Schwimmbad oder dem Museum kennt. Von der Grundkonzeption sind sie das auch – Pfandmünze einwerfen, Gegenstände verstauen, abschließen. Das Interessante ist jedoch ihr Innenleben: In jedem der acht Fächer sind ein Stromanschluss mit zwei Steckdosen und Niedervolt-Ladekabel für Smartphones oder Digi-Cams installiert. Die Fächer dienen nämlich nicht zum Verstauen von Handgepäck, sondern sollen Ladegeräte und Akkus von E-Bikes aufnehmen. Hier wird Strom für die nächsten Kilometer gezapft, während sich die Besitzer im Biergarten stärken.

Die Investitionskosten in Höhe von 2500 Euro haben die Stadtwerke übernommen, den Strom spendiert Klaasen. Ein ausgesprochen sinnvolles Projekt, sind sich der Biergartenbetreiber und der Energieexperte einig. Fahrradtourismus und E-Bike-Nachfrage boomten derzeit, Rinteln werde so für Fahrradtouristen noch attraktiver. Eine ähnliche Ladestation gibt es übrigens bereits am Doktorsee, zwei weitere im Auetal. Klaasen hat beobachtet, dass das neue Angebot bereits gut angenommen wird: „Zeitweise waren bereits alle Fächer besetzt.“ Viele Radfahrer seien in Gruppen unterwegs, darum habe man sich auch entschlossen, gleich acht Fächer mit einer Ladekapazität von 16 Akkus gleichzeitig zu installieren.

Zwei Meter neben den beiden weißen steht noch eine feuerrote Säule – eine Fahrradreparaturstation, die Klaasen „nach Maß“ für das Weserdorf angeschafft hat. Zwischen zwei Stangen kann das Rad zur Reparatur bequem am Sattel aufgehängt werden. Hinter einer Tür verbergen sich eine Reihe von Werkzeugen, gesichert angebracht an Stahlseilen. Auf für E-Bikes sind die passenden Spezial-Tools dabei. Luft aufpumpen? Kein Problem: Eine fest installierte Luftpumpe ist mit drei unterschiedlichen Ventilsystemen verbunden. Das passt auch mal für einen Kinderwagen oder Rollstuhl. Und wer gar nicht mehr weiter weiß, sollte sich nach Dorfmeister Bernd Klisch erkundigen: Der hilft, wenn er kann, gerne weiter.

© Schaumburger Zeitung, 28.07.2020 

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