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Kinderparadies statt Saunalandschaft

Große Hallenbad Sanierung bringt veränderten Schwerpunkt

Aufregung herrscht derzeit bei den Stammgästen der Saunalandschaft im Hallenbad Rinteln. Denn nach der aufwendigen Sanierung soll an diesem Ort ein Kleinkind-Paradies entstehen. Die seit dem Bau des Hallenbades bestehende Sauna müsse der neuen Ausrichtung weichen, klagt Heinz Schaper. „Soweit der Zuschussbedarf für das Hallenbad beziehungsweise die Sauna zu groß sein sollte, wäre ich auch mit einer Erhöhung des Eintrittspreises einverstanden“, so Schaper.

Doch: Wie Bäderbetriebe-Geschäftsführer Jürgen Peterson auf Anfrage dieser Zeitung erklärt: Wirtschaftliche Gesichtspunkte seien nicht ausschlaggebend für die Entscheidung gegen die Saunalandschaft gewesen.

„Wir wollten uns familienfreundlicher aufstellen“, betont Peterson. Entschieden habe das der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe Rinteln. Darin sitzen außer Mitarbeitervertretern hauptsächlich Ratsmitglieder, Vorsitzender ist Bürgermeister Thomas Priemer.

Das Hallenbad Rinteln gehört erst seit Januar 2017 der Stadt. Als Gegenleistung für den Bau einer neuen IGS an der Burgfeldsweide übernahm die Stadt Rinteln das sanierungsbedürftige Hallenbad. Auf etwa 4,6 Millionen Euro taxierte der Landkreis vor zwei Jahren die Kosten für eine Vollsanierung. Die Hälfte – also 2,3 Millionen Euro – gab es als Mitgift.

Jetzt soll das Geld verbaut werden. Wie teuer die Sanierung am Ende wird, kann Peterson derzeit nicht sagen. „Spekulieren will ich nicht.“ Es hänge auch davon ab, ob man Fördermittel bekomme.

„Statt des Saunabereiches soll jetzt ein Bereich für Kinder gebaut werden“, erklärt Peterson die wichtigste Grundsatzentscheidung. „Wir wollen ein familienfreundliches Bad haben. Und der Kleinkindbereich fehlt im Moment.“ Die Fläche habe sich einfach angeboten. „Die Sauna war bereits fast vollständig abgeschrieben und daher nicht wahnsinnig defizitär“, betont Peterson. Es sei eine Entscheidung für den Kleinkindbereich und nicht so sehr gegen eine Saunalandschaft gewesen.

Wie genau der Kinderbereich aussehen wird, ist noch unklar. Die ersten Zeichnungen von Architekt Wolfgang Hein beinhalten ein Kinderbecken mit Rutsche, einen Kinderessbereich, diverse Wasserspiele und ein „Splashpad“. Derzeit befinde man sich aber erst in der Vorplanung, so Peterson. Nach Möglichkeit sollen die Pläne Ende des Jahres fertiggestellt sein. „Dieses Jahr konzentrieren wir uns noch auf Steinbergen“, sagt Peterson. Das bedeutet allerdings nicht, dass bereits 2020 im und am Hallenbad Rinteln gebaut wird. Der zeitliche Verlauf hänge auch von den zu erwartenden Fördergeldern ab. Man habe außerdem keinen großen Zeitdruck, das Hallenbad sei funktionsfähig.

Aus den Plänen von Architekt Hein geht hervor, dass eine neue Aufsichtsplattform entstehen soll, von der alle Bereiche überblickt werden. An der Seite soll ein Bereich mit kleinem Whirlpool und Massage-Liegen im Wasser entstehen.

Ob dafür am Ende die Eintrittspreise erhöht werden müssten, sei laut Peterson bisher nicht diskutiert worden. „Das ist derzeit nicht angedacht.“ Für ein Spaßbad hätte man die Preise zwar erhöhen müssen, aber mit der Ausrichtung als Sport- und Familienbad sei eine Erhöhung derzeit nicht absehbar. „Ein Bad wird ja sowieso nie kostendeckend betrieben“, so Peterson.

© Schaumburger Zeitung, 26.06.2019

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