logo for printview

Kein Gebührendruck

Stadtwerke-Verbund zufrieden mit Geschäftsergebnissen

Die städtischen Betriebe haben sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Diese positive Bilanz zog jetzt Geschäftsführer Jürgen Peterson im Ratsausschuss für Wirtschaft und Finanzen.

Ein Blick jeweils auf Investitionsvolumen sowie Mitarbeiterzahlen bestätigt, dass die Betriebe einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Rinteln darstellen. Zusammengefasst sind die Betriebe im Unternehmensverbund Stadtwerke. Neben dem Energieversorger gehören der Abwasserbetrieb, die Bäderbetriebe und die Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft dazu.

Zunächst zur aktuellen Situation: Alle Betriebe haben positive Prüfvermerke bei der Jahresprüfung 2017 erhalten. Die Wirtschaftsprüfer bescheinigten, dass Vermögens- und Finanzlage betriebswirtschaftlichen Grundsätzen entsprächen, die Eigenkapitalquoten angemessen seien und die Liquidität der Unternehmen jederzeit sichergestellt sei.

Der Geschäftsführer verwies auf ein sehr gutes Geschäftsergebnis der Stadtwerke im Jahr 2016 mit 2,5 Millionen Euro Überschuss und ein ordentliches Ergebnis 2017 mit 884 000 Euro Plus. Daher hätten die Strompreise stabil gehalten werden können, bei den Gaspreisen habe es Ermäßigungen für die Kunden gegeben. Der Stadtwerkegewinn fließt aus steuerlichen Gründen an die Bäderbetriebe.

„Keinen Gebührendruck“ gebe es auch beim Abwasserbetrieb, so Peterson. Voraussetzung für stabile Gebühren ist jedoch, dass die Menge der Einleitungen nicht zurückgehe. Mittelfristig kommen allerdings höhere Kosten auf den Abwasserbetrieb zu. Fraglich ist noch, wie ab 2020 der Klärschlamm entsorgt wird. Nur eines zeichnet sich jetzt schon ab: Teurer als bisher durch die Landwirtschaft wird die Entsorgung in jedem Fall.

Mit dem Jahresabschluss 2017 des Abwasserbetriebes beschäftigte sich Donnerstagabend auch der Stadtrat: Dem Abschluss wurde zugestimmt, der Betriebsleitung Entlastung erteilt.

Positiv sieht es auch bei den Bäderbetrieben aus – auch wegen der Ausgleichszahlung des Landkreises für die Übernahme des Hallenbades durch die Stadt. 2017 hätten die Betriebsverluste in Höhe von 462 000 Euro – Schwimmbäder sind in der Regel Zuschussbetriebe – aus der eigenen Rücklage ausgeglichen werden können, sagte Peterson. Die Stadt habe nicht einspringen müssen.

Als große Investition kommt auf die Bäderbetriebe in den nächsten Jahren die Sanierung des Rintelner Hallenbades zu. Beim Betrieb des Hallenbades habe es übrigens „keine bösen Überraschungen“ gegeben. Die Betriebsergebnisse bewegten sich im Rahmen der vom Landkreis zur Verfügung gestellten Daten.

Neben aktuellen Zahlen hatte Peterson für die Ausschussmitglieder Kerndaten der vergangenen neun Geschäftsjahre zusammengestellt. Gemeinsam haben die Betriebe in diesem Zeitraum 35,5 Millionen Euro investiert, das sind fast vier Millionen Euro pro Jahr. Davon wiederum haben in erheblichem Umfang heimische Firmen profitiert.

131 Mitarbeiter beschäftigen die städtischen Betriebe derzeit, darunter sind 20 Auszubildende. Diese vergleichsweise hohe Quote fand im Ausschuss viel Anerkennung. Peterson räumte zwar ein, dass nicht alle Auszubildenden übernommen werden können. Oft gebe es noch einen kurzen Zeitvertrag. In der Regel hätten jungen Mitarbeiter aber keine Probleme, nach dem Abschluss eine Stelle zu finden.

In Bezug auf die Ausbildung in den Betrieben und in der Stadtverwaltung ergänzte Bürgermeister Thomas Priemer, dass es sich bewährt habe, als „Konzern Rinteln“ aufzutreten. Gemeinsam könne man ein breites Berufsspektrum von der klassischen Ausbildung bis zum Dualen Studium anbieten. Das Angebot werde erfolgreich zum Beispiel auf Berufsmessen präsentiert. „Wir haben derzeit noch keine Probleme, unser Ausbildungsplätze zu besetzen“, ergänzte Peterson für die Wirtschaftsbetriebe.

© Schaumburger Zeitung, 25.06.2018

« zurück zur Übersicht