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Hallenbad Steinbergen heizt Turnhalle und Schule gleich mit

Wärmerückgewinnung im Hallenbad: In Steinbergen kann man "Energiewende" besichtigen

Das Hallenbad in Steinbergen ist aus drei Gründen derzeit eine besondere Baustelle: 1. Es gilt als „Generalprobe“ für den Umbau im „großen“ Hallenbad in der Südstadt. 2. Hier kann man sehen, wie die „Energiewende“ in die Praxis umgesetzt wird. 3. Auch aus diesem Grund wird das Projekt mit EU-Mitteln gefördert. Mit Badumbau und dem neuen Dach der Turnhalle werden in Steinbergen damit insgesamt etwa eine Million Euro verbaut.

Die Schulen und Vereine, alle Eltern, die ihre Kinder zum Schwimmunterricht angemeldet haben, vermissen das Hallenbad im Dorf schon heute. Rund 16 200 Besucher besuchen das kleine Bad im Jahresschnitt, denn es ist mit seinem Hub-Boden und seinen Ausmaßen (16,6 mal 8 Meter) ideal für Kinder. Das Wasser hat konstant 31 Grad. Auch Jan-Philipp Giltmann, Stellvertreter des technischen Leiters der Stadtwerke und Projektkoordinator, hat hier Schwimmen gelernt, wie er bei der Besichtigung der Baustelle verriet. Doch die Eltern werden sich noch etwas gedulden müssen. Voraussichtlich erst Ende des ersten Quartals kommenden Jahres könne das Bad wieder eröffnet werden schätzt Jürgen Peterson, Geschäftsführer der Stadtwerke. Am Umbau sind drei Bauträger beteiligt: die Stadtwerke, die Bäderbetriebe Rinteln GmbH und die Stadt Rinteln.

Die Schwimmhalle hat bereits ein neues Dach. Zurzeit wird die Isolierung verlegt, das Dach abgedichtet.

Die alte Glasbausteinfassade am Schwimmbecken ist bereits abgebaut und durch bodentiefe Fenster ersetzt worden. Die lassen viel Tageslicht herein, damit ist die Schwimmhalle wesentlich heller und damit freundlicher als früher.

Auf die Sitzgelegenheiten vor den Fenstern (über den neuen Heizkörpern) werden die Badegäste auch künftig nicht verzichten müssen, die werden neu montiert..

Zurzeit wird vor allem erledigt, was witterungsabhängig ist. In dieser Woche soll die neue Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung auf dem Dach installiert werden, schilderte Giltmann. Die Teile liegen noch wie ein großes Puzzle auf dem Schulhof.

Auf das Trapezblechdach der Lüftungsanlage kommt eine Photovoltaikanlage, ebenso an die Fassade mit einer Leistung von 30 kW.

Als nächster Schritt folgt die Renovierung der Innenräume. Neu gestaltet wird hier die Umkleide. Bisher gab es 50 Schränke für Damen wie Herren. Die Bademeister stellten immer wieder fest, so viele werden nie gebraucht. Jetzt werden es je 25 für Damen wie Herren sein, dadurch ist mehr Platz für die Umkleidekabinen. Die Duschen sind bereits saniert worden.

Der Eingangsbereich wird neu gestaltet, auch mit neuer Lichttechnik und direkt am Eingang gibt es eine neue große, behindertengerechte Toilette.

Neu ist auch der Energieverbund aus Hallenbad, Turnhalle und ehemaliger Schule, das Nahwärmenetz. Das gasbetriebene Blockheizkraftwerk gibt – auch bedingt durch die künftig bessere Isolierung des Hallenbades – so viel Leistung ab, dass damit auch die Turnhalle und die ehemalige Schule beheizt werden können. In Schule wie Turnhalle wurden bislang Ölheizungen betrieben.

Peterson schilderte, man habe die Arbeiten für das Schwimmbad bundesweit ausschreiben müssen, trotzdem würden hier vor allem Firmen aus der Region beschäftigt.

Das Hallenbad wurde in den Jahren 1973 und 1974 gebaut. Es ist noch von der damals selbstständigen Gemeinde in Auftrag gegeben worden. In den späteren Jahren wurde das Bad je nach den Erfordernissen immer wieder modernisiert.

© Schaumburger Zeitung, 19.11.2019

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