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Grundwasser sinkt ab

Aber: „Wir haben keine Dürre“ - Wasserwerke in Schaumburg sehen kein Rekordtief

Der Grundwasserspiegel liegt in Schaumburg aufgrund der Trockenheit der vergangenen Jahre auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Allerdings bedeuten die aktuellen Werte kein Rekordtief, wie Vertreter des Wasserverbandes Nordschaumburg (WVN) und der Stadtwerke Rinteln auf Anfrage mitteilen. Vergangene Woche hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz auf solche Rekordtiefs an vielen Grundwasser-Messstellen im Land hingewiesen (wir berichteten). „Das können wir so nicht bestätigen“, erklärt etwa WVN-Geschäftsführer Werner Volker: „Wir haben hier keine Dürre.“

Bei den Wasserwerken des WVN liege der Grundwasserspiegel aktuell etwa einen Meter unter dem für diese Jahreszeit üblichen Durchschnitt, berichtet Volker und fügt hinzu: „Das ist schon ganz schön viel.“ Allerdings habe es in den vergangenen Jahren schon tiefere Stände gegeben, fügt der Experte hinzu. Insofern sieht er derzeit „keine Wasserkrise“.

Gleichwohl mache sich die Trockenheit der vergangenen beiden Jahre bemerkbar, führt Volker weiter aus. Im WVN-Wasserwerk Habrihausen etwa seien im Winter noch 40 Kubikmeter Wasser pro Stunde angefallen, im Juni seien es jetzt nur noch sechs Kubikmeter. „Das zeigt, dass der Bückeberg leer ist, dass die Grundwasserbestände im Winter nicht ausreichend aufgefüllt worden sind“, so Volker. Ähnlich sehe es bei der Deister-Quelle bei Feggendorf aus. Besser sei die Lage bei den Wasserwerken in Steinhude und Landringhausen. Dort seien die Reserven so groß, dass sich die Trockenheit noch nicht bemerkbar mache.

Klar sei, dass Trinkwasser ein kostbares Gut ist, betont der WVN-Chef. Durch die warmen Sommer steige der Verbrauch in dieser Jahreszeit in letzter Zeit bis zur Leistungsgrenze an. „Unser dringender Appell ist daher, mit dem Wasser sparsam und sorgsam umzugehen“, sagt Volker, insbesondere mit Blick auf die Gartenbewässerung und das Befüllen von Pools. Gleichzeitig betont er, dass die Wasserversorgung in Schaumburg gesichert ist, selbst wenn noch ein weiterer trockener Sommer folgen sollte.

Das sieht auch Thomas Sewald so, der Technische Leiter der Stadtwerke Rinteln: „Im Sommer sind unsere Wasserwerke zwar gut belastet, aber nicht völlig ausgelastet.“ Der Grundwasserspiegel im Süden Schaumburgs liege zwar derzeit „etwas niedriger als im langjährigen Schnitt, aber auf keinen Fall auf Rekordtief“, erläutert Sewald. Da habe es schon Phasen mit einem niedrigeren Grundwasserspiegel gegeben.

Durch die günstige geologische Lage mit der von Bergen eingefassten Weseraue, in der die Kiesschicht gut Wasser speichere, profitierten die Rintelner Wasserwerke von einer „Sonderlage“, so der Experte: „Wir reagieren hier nicht so sensibel auf ausbleibenden Regen wie etwa die Kollegen in der Lüneburger Heide mit den dortigen Sandböden. Wir unterliegen hier einfach nicht so großen Schwankungen beim Grundwasserspiegel.“

Gleichwohl schließt sich auch Sewald dem Appell für einen sparsamen Verbrauch von Trinkwasser an. Entlastet würden die Stadtwerke Rinteln dadurch, dass es hier aufgrund der Lage viele private Hausbrunnen und Gartenpumpen gibt. „Durch den relativ hohen Grundwasserstand im Wesertal lohnen sich solche Anlagen“, tut Sewald kund.

© Schaumburger Zeitung, 22.06.2020

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