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Fest mit der Heimat verbunden

Stadtwerke Rinteln verinnerlichen SZ/LZ-Aktion „Mein Herz kauft lokal“

Wenn es ein Unternehmen gibt, das geradezu sinnbildlich für den Slogan der SZ/LZ-Aktion „Mein Herz kauft lokal“ steht, dann sind es die Stadtwerke Rinteln: einerseits als Lieferant von Wasser, Strom und Gas; andererseits als bedeutender Arbeitgeber, als Auftraggeber für das heimische Handwerk und den Handel, aber auch als Vermieter von rund 100 Wohnungen, als Verwalter öffentlicher Gebäude und Betreiber der Parkhäuser.

Kein Wunder, das Geschäftsführer Jürgen Peterson sofort dabei war, als er von unserer Zeitung auf die Aktion angesprochen wurde. „Wir sind ein lokal und regional aufgestelltes Unternehmen. Unsere Kunden sitzen vor Ort, aber auch unsere Lieferanten“, begrüßt Peterson die Aktion, die die Bedeutung des Kaufens vor Ort in das Bewusstsein der Menschen rücken soll.

Rund 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 24 Auszubildende, sind derzeit bei den Stadtwerken beschäftigt. Die meisten davon stammen aus Rinteln und Umgebung und sind fest mit ihrer Heimatstadt und ihrem Unternehmen verbunden.

Das ist wohl auch ein Grund dafür, dass die Stadtwerke in den letzten Jahren und Jahrzehnten einen rasanten Aufschwung genommen haben. Ursprünglich war das Unternehmen als Tochterfirma der Stadt Rinteln lediglich für die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser zuständig; mittlerweile aber haben sich die im Bahnhofsweg angesiedelten Stadtwerke zu einem regelrechten kleinen Konzern entwickelt: Zur Energie- und Wasserversorgung gesellte sich die Verantwortung für den Abwasserbetrieb, Hallenbäder und Freibad der Stadt werden von der Firma betrieben, die Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungs GmbH als Tochter vermietet und verwaltet über 100 Wohnungen in der Stadt, kümmert sich um die öffentlichen Gebäude und betreibt die Parkhäuser.

Darüber hinaus halten die Stadtwerke zahlreiche Beteiligungen, um ihre Position als Energieversorger zu stärken: etwa an der Netzgesellschaft Auetal, an den Stadtwerken Lippe-Weser Service GmbH & Co.KG, an der Photovoltaik Deponie Dörentrup GmbH & Co. KG, an den Stadtwerken Weserbergland GmbH, an den Stadtwerken Ostwestfalen-Lippe GmbH und am Biogas Pool 2 für Stadtwerke. Mit dem Solarpark Rinteln im Industriegebiet Deckbergen, der Teilhaberschaft an der Windgesellschaft Kalletal und der Kraftwerksgesellschaft mbH Rinteln haben sich die Stadtwerke auch Standbeine in der Stromerzeugung gesichert.

Wobei die Beteiligungen etwa in Ostwestfalen-Lippe nicht nur als Finanzanlagen zu sehen sind: Die Stadtwerke sind auch Dienstleister für ihre Beteiligungsunternehmen, übernehmen zum Beispiel im Kalletal Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten an den Versorgungsnetzen. „Damit können wir unser Personal auslasten und gleichzeitig dafür sorgen, dass wir hoch qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen können“, beschreibt Peterson die Bedeutung dieser Kooperationen.

Er, der vor fast einem Vierteljahrhundert den sicheren Job als Rintelner Kämmerer mit Beamtenstatus aufgab, bereut den Schritt rückblickend nicht. In den damals turbulenten Zeiten für die kleinen Energieversorger, die reihenweise von den Großkonzernen übernommen wurden, hat er das Heft des Handelns übernommen und die Stadtwerke mit Rückendeckung von Rat und Verwaltung auf Kurs gehalten. Auch dadurch ist es gelungen, dass die Stadt Rinteln heute noch eigene Stadtwerke besitzt und damit – was Energie- und Wasserversorgung betrifft – größere Handlungsspielräume hat als andere Kommunen. Was auch große Unternehmen und ein Großteil der Bevölkerung damit honorieren, dass sie nach wie vor ihren Strom und ihr Gas von dem heimischen Unternehmen beziehen. Die Verivox und Check  24 dieser Welt, die gerade im Moment wieder mit vermeintlichen Tiefstpreisen Kunden zu anonymen Großkonzernen locken wollen, haben in Rinteln nach den Beobachtungen von Jürgen Peterson nur geringe Erfolgschancen.

Was wohl auch am guten Service liegt: rund um die Uhr stehen bei Störungen in der Stadtwerke-Zentrale Ansprechpartner zur Verfügung, damit den Strom- und Gasabnehmern schnell geholfen werden kann. Die Kundenberaterinnen und -berater sind vor Ort erreichbar und helfen bei allen Fragen zum Thema Energie, zu Abrechnungen und technischen Innovationen kompetent weiter. Zum Service des Unternehmens gehört es aber auch, das Versorgungsgebiet für die Zukunft zu rüsten. So verfügt Rinteln heute dank der Stadtwerke über das dichteste Netz an Stromtankstellen für Elektroautos im gesamten Landkreis.

Dazu kommt ein hohes Maß an sozialem Engagement. Die Stadtwerke fördern zum Beispiel die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte, unterstützen Vereine und helfen mit Sponsoring, Großveranstaltungen wie etwa die Weserrunde oder den Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen.

In der Energiewende spielt das heimische Unternehmen ebenfalls eine herausragende Rolle, weil es dezentral erzeugte Energie verteilen und einspeisen kann. Ein praktisches Beispiel: Die Deckberger Solaranlage, Blockheizkraftwerke unter der Regie der Stadtwerke sowie private Biogas- und Windkraftanlagen im Versorgungsgebiet liefern zurzeit rund 21 Millionen Kilowattstunden „grünen“ Strom, den die Stadtwerke in ihr Netz einleiten – genug für immerhin rund 5300 Haushalte.

Die Stadtwerke Rinteln stehen aber nicht nur für Innovation, sondern auch für Tradition: Gegründet wurden sie bereits 1896, um die Gasversorgung der Stadt sicherzustellen. Im Jahr 1902 übernahmen sie die Wasserversorgung und seit 1929 liefern sie Strom.

Der Unternehmensverbund der Stadtwerke ist heute ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor und Steuerzahler für Rinteln: mit fast 50 Millionen Euro Umsatz und jährlichen Investitionen von bis zu fünf Millionen Euro.

© Schaumburger Zeitung, 06.01.2018

 

 

 

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