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Eine neue Ära beginnt

Ulrich Karl aus Düsseldorf wird neuer Geschäftsführer der Stadtwerke

Eine Ära geht zu Ende, zumindest bei den Stadtwerken. So ein großes Wort kann man wohl benutzen, wenn man über das Ende der Amtszeit von Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson spricht, der seit 1993 hier tätig ist. Am Dienstag im Rathaus wurde nun offiziell erstmals sein Nachfolger vorgestellt, die Tinte auf dem Arbeitsvertrag war gerade erst getrocknet. Ab dem 1. Januar 2021 wird Ulrich Karl, 53 Jahre alt, die Geschäfte bei den Stadtwerken, Bäderbetrieben und Abwasserbetrieben der Stadt Rinteln leiten.

Karl ist ein Nordrhein-Westfale, sogar ein Rheinländer, durch und durch: Geboren ist Karl in Düsseldorf, derzeit wohnen er und seine Frau auch in der NRW-Landeshauptstadt. Aufgewachsen ist der Handball-Fan im benachbarten Meerbusch. Das Leben in einer Kleinstadt sei ihm also vertraut, betont Karl bei seiner Vorstellung im kleinen Sitzungssaal im Rathaus. Daher ist die Umstellung von einer großen Stadt auf eine kleine vielleicht gar nicht so drastisch. Karl und seine Ehefrau möchten nämlich gern nach Rinteln ziehen, sie suchen derzeit eine neue Bleibe. Die drei Kinder sind mittlerweile erwachsen und gehen eigene Wege.

Karl ist gelernter Gas-Wasser-Installateur, hat dann im Anschluss Versorgungstechnik in Köln studiert und begann relativ zügig eine Karriere bei den Stadtwerken in Düsseldorf. Es sei schon recht früh ein „grüner Gedanke“ gewesen, der ihn in diese Richtung getrieben habe, erzählt Karl. Zügig stieg er dort zum Abteilungsleiter auf, arbeitete dann in hoher Position bei den Stadtwerken Münster und war dort Hauptabteilungsleiter für Netzbetrieb und Infrastruktur. Zuletzt war er bei der „MEGA“ tätig, der Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung GmbH in Monheim am Rhein.

Die Stadtwerke Rinteln kannte der 53-Jährige schon aus diesem reichhaltigen beruflichen Erfahrungsschatz, über die Kooperation Nordwest, einen Zusammenschluss von Versorgungsunternehmen in Nordwestdeutschland. Die Stadtwerke Rinteln seien in einem guten Zustand, zeigt sich Karl zufrieden. Die vielfältigen Aufgaben eines Stadtwerke-Geschäftsführers in der Weserstadt empfinde er als reizvoll: Neben der technischen Seite kämen hier auch die kaufmännischen und betrieblichen Aspekte des Jobs hinzu.

"Die gute Arbeit wird fortgeführt“, zeigte sich Bürgermeister Thomas Priemer mehr als zufrieden mit der Personenwahl. Im März habe das Auswahlverfahren für den Posten begonnen, blickte der Verwaltungschef zurück, rund 40 Bewerberinnen und Bewerber hätten ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. In der jüngsten Aufsichtsratssitzung fiel die Wahl dann auf Ulrich Karl, die schließlich vom Verwaltungsausschuss und dem Stadtrat bestätigt wurde. „Die Auswahl war einvernehmlich“, betont Jürgen Peterson. Man habe nicht nur darauf acht gegeben, wer fachlich auf die Position passe, sondern auch, wer zu den Mitarbeitern und nach Rinteln passe. „Wir haben den richtigen Nachfolger gefunden“, zeigt sich Peterson überzeugt.

Er selbst werde bis zum letzten Arbeitstag Ende Dezember tätig sein, es gebe noch „viel zu tun“. Ab Herbst wird Karl an Petersons Seite arbeiten, damit die Staffelübergabe Ende Dezember reibungslos verläuft.

„Ulrich Karl wird die Geschicke der Stadtwerke neu ordnen und neue Akzente setzen“, so Priemer. Karl nannte E-Mobilität, Wasserstoff und regenerative Energien wie Fotovoltaik als erste mögliche Akzente. Auch sei ihm eine „transparente Informationspolitik“ gegenüber dem Bürger wichtig, so Karl: „Die Stadtwerke sollen den Bürgern dienen.“

© Schaumburger Zeitung, 24.06.2020 

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