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E-Infrastruktur wächst

Die Stadtwerke Rinteln betreiben inzwischen im Gebiet der Stadt elf Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten

Gemessen an vergleichbaren Städten ist Rinteln geradezu vorbildlich beim Ausbau der E-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Die Stadtwerke Rinteln betreiben inzwischen im Gebiet der Stadt elf Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten, macht 22 Ladepunkte.

Bis auf die beiden „roten Ladesäulen“ am Weseranger und an der Hartler Straße, haben die Ladesäulen der Stadtwerke eine Leistung von 22 Kilowatt (kW). Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson betont, im Vergleich zu den umliegenden Stadtwerken mit jeweils zwei bis vier Ladesäulen seien die Stadtwerke Rinteln damit führend beim Ausbau der Infrastruktur für die Elektromobilität.

Eine weitere Ladesäule ist bereits in Planung: am Kloster Möllenbeck. Dort hat jüngst die Stadt Informationsschilder für Touristen aufgestellt.

Zwei weitere Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten betreiben die Stadtwerke in Kooperation mit der Gemeinde und der Netzgesellschaft Auetal an der Alten Molkerei in Rehren und auf dem Platz der Dorfgemeinschaft in Rolfshagen. Mit Jahresbeginn werden die Ladevorgänge an den Ladesäulen über ein überregionales Bezahlsystem abgerechnet.

Zu diesen Ladesäulen kommen 21 Lademöglichkeiten an „Wallboxes“ in Rintelner Gaststätten, Hotels und Privathaushalten. Eine Wallbox (wall, englisch für Wand) ist eine Ladestation, die an einer Wand installiert wird, etwa in der Garage, ideal für Ein- bis Zwei-Familienhäuser. Vor allem deshalb, so Peterson, weil die neue Generation der „Wallboxes“ bei hoher Netzauslastung abregelbar sei – und damit zukunftsfähig bei einer Ausweitung der Elektromobilität.

Für Peterson ist klar, die Akzeptanz von E-Autos könne man vor allem durch eine verkürzte Ladezeit weiter steigern. Mehrere Faktoren beeinflussen die Ladezeit wie der Ladezustand des Akkus, die Temperatur und wie weit ein E-Auto den Ladevorgang unterstützt.

Pauschal lässt sich sagen, an einer 22-kW-Säule mit Wechselstrom ist eine Batterie in zwei Stunden voll aufgeladen. An einer 300-kW-Schnellladesäule mit Gleichstrom dauert das zehn bis 15 Minuten.

Das Problem hier, schilderte Peterson: Ein vermehrter Ausbau von Schnellladesäulen könne die Netzstabilität gefährden und Schnellladesäulen seien erheblich teurer als die Standartsäulen: 50 000 Euro statt 6000 Euro für eine 22-kW-Ladesäule. Dazu kämen bei einer Schnellladesäule noch die Kosten für den Netzausbau.

Zur Förderung der regenerativen Energien wie der E-Mobilität haben die Stadtwerke Rinteln bereits seit Längerem ein Förderprogramm aufgelegt. So gibt es beim Einbau oder Kauf folgender Anlagen und Geräte Zuschüsse: für netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen je nach Leistung zwischen 250 und 650 Euro, für eine Elektrowärmepumpe (für die Beheizung oder Warmwasseraufbereitung) wie für eine Solarthermieanlage oder Erdgasbrennwertheizung 250 Euro. Haushaltsgeräte werden je nach Effizienzklasse A oder besser mit 50 Euro gefördert, ein E-Auto mit 250 Euro, ein E-Roller mit 150 Euro, ein E-Bike mit 50 Euro. Für die Umstellung einer Heizungsanlage auf Erdgas gibt es einen Umweltbonus von 500 Euro.

Ladesäulen gibt es in Rinteln an der Alten Todenmanner Straße, am Bahnhofsweg (vor den Stadtwerken), am Weseranger, an der Hartler Straße, an der Wallgasse, am Doktorsee, in der Klosterstraße (auf dem Rathausparkplatz), am Hallenbad in Steinbergen und als jüngste Installation an der Stückenstraße im Industriegebiet Süd.

Diese öffentlichen Ladesäulen werden unterschiedlich genutzt. Die meisten Ladevorgänge registrierten die Stadtwerke bis August vergangenen Jahres an den Ladesäulen in der Wallgasse (350), gefolgt vom Weseranger (279), Bahnhofsweg (151) und Klosterstraße (121).
Für die Monate September bis Dezember liegen noch keine Zahlen vor.

Seit 2017 sind von den Stadtwerken 19 Wallboxen an Kunden ausgeliehen worden.

Wie viele E-Autos im Schaumburger Land zugelassen sind, dafür gibt es nur für den Landkreis Zahlen, und zwar auf der Basis der Daten des Straßenverkehrsamtes. Danach sind bis August vorigen Jahres 220 E-Fahrzeuge zugelassen worden, dazu kommen 101 Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.
Gerechnet auf die im Landkreis zugelassenen 151.316 Fahrzeuge beträgt der Anteil der E-Autos gerade einmal 0,219 Prozent.

© Schaumburger Zeitung, 03.01.2020

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