logo for printview

Aquajogging – die wunderbare Alternative zum Laufen

Die Schwimmmeister im Hallenbad in Steinbergen geben wertvolle Tipps / Technik ist schnell zu erlernen

Wer kennt das nicht im fortgeschrittenen Alter: schmerzende Glieder und Gelenke, Übergewicht, Herz- und Kreislaufprobleme. Der Arzt rät zu mehr sportlicher Bewegung. Aber joggen belastet die vorgeschädigten Gelenke – besonders bei Übergewicht. Aquajogging ist eine wunderbare Alternative zum Joggen und Radfahren. Aquajogging ist ein Ganzkörper-Training und beansprucht nicht nur die Beine, sondern auch Schultern, Arme und Haltungsmuskulatur. Hinzu kommt der Effekt einer ständigen sanften Ganzkörpermassage durch den Widerstand des Wassers.

Im kleinen, aber feinen Hallenbad in Steinbergen trifft man immer häufiger auf Seniorinnen und Senioren, die mit großer Begeisterung schwebend durch das Wasser joggen. Und die Bedingungen für das Aquajogging sind in Steinbergen hervorragend. Das Wasser hat eine konstante Wassertemperatur von 31 Grad. Der thermische Reiz des warmen Wassers beeinflusst nicht nur das Herz-Kreislauf-System positiv, sondern auch das Wohlfühlgefühl und damit die Psyche. Im Bad sind ausreichend Aquajogging-Gürtel vorhanden, die man sich kostenlos ausleihen kann. Und die Schwimmmeister Stefan Lehmann, Sascha Rose und Markus Burmester können wertvolle Tipps für Einsteiger geben.

Aquajogging ist das Joggen im Wasser. Dabei sorgt ein Aquajogging-Gürtel (im Fachhandel schon ab 20 Euro erhältlich) für genügend Auftrieb, um frei im Wasser zu schweben. Für die korrekte Laufposition muss der Körper leicht nach vorne gebeugt werden. Die Laufbewegung gleicht dem Joggen. Die Technik des Aquajoggings ist auch von Anfängern in wenigen Minuten zu erlernen.

 

Der Aquajogging-Gürtel sorgt für genügend Auftrieb, um im Wasser frei schweben zu können.Fotos: peb

„Wegen der höheren Auftriebskraft des Wassers werden beim Aquajogging Sehnen, Bänder, Knochen und Gelenke weit weniger belastet, was Aquajogging zum idealen Sport für stark übergewichtige Personen macht, da man im Wasser nur etwa 20 Prozent des eigenen Gewichts tragen muss. Außerdem werden Wirbelsäule und Gelenke zusätzlich durch fehlende Stoßkräfte entlastet“, verrät Sascha Rose.

Beim Aquajogging stehen die Adern aufgrund des Wassers unter zusätzlichem Druck. Damit strömt mehr Blut zum Herzen und mit jedem Schlag kann das Herz mehr Blut in die Blutzirkulation pumpen. Dadurch muss das Herz weniger arbeiten, um den Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Das senkt die Pulsfrequenz beim Aquajogging um etwa zehn bis 20 Schläge im Vergleich zum normalen Joggen. Das Herz-Kreislauf-System wird dadurch gestärkt, ohne es zu stark zu fordern. Außerdem werden die Muskeln durch den Wasserwiderstand gestärkt.

„Untersuchungen haben bewiesen, dass beim Aquajoggen aufgrund des Wasserwiderstands sowie der Ganzkörperbewegung deutlich mehr Kalorien verbraucht werden als beim normalen Joggen an Land. 30 Minuten Aquajogging verbraucht circa 400 Kalorien, 30 Minuten Joggen an Land nur etwa 300 Kalorien“, so Rose.

Weitere positive Aspekte des Aquajoggings sind die Verbesserung der Kraftausdauer sowie die Erhöhung der Trainingsbelastung ohne Verletzungsrisiko. Ein Vorteil ist auch die geringere Erwärmung des Körpers und damit der geringere Flüssigkeitsverlust. „Nach Operationen am unteren Bewegungsapparat ist ein frühzeitiges Aufbautraining und eine schnelle Mobilisation ohne Risiko möglich“, fügt Rose hinzu. Aquajogging hat sich auch in der Genesungsphase nach Verrenkungen des Knöchels oder einer Verdrehung des Knies, bei Entzündungen der Sehnenplatte unter dem Fuß, der Achillessehne, bei einer Schienbeinreizung oder nach einem Ermüdungsbruch bewährt. Während der Anstrengungsgrad genauso intensiv wie auf festem Untergrund ist (Wasserwiderstand ist vierzehn Mal größer als Luftwiderstand), hat man den Eindruck einer geringeren Ermüdbarkeit und damit einer besseren Erholung.

Die Öffnungszeiten des Hallenbades in Steinbergen: montags 14 bis 20 Uhr, dienstags 14 bis 18 Uhr, mittwochs 14 bis 19 Uhr, donnerstags 14 bis 18 Uhr, freitags 14 bis 20 Uhr, samstags 9 bis 15 Uhr, sonntags 9 bis 12 Uhr.

©Schaumburger Zeitung 30.11.2017

« zurück zur Übersicht